Rundreise: King Williams Town – East London und zurück. Freitag, 8. Februar

Freitag, 8. Februar

Beschauliche Landschaft mit Kirchturm. Afrika?

Heute kam die erste große Rundreise. Martha hatte einen Besuchstermin vereinbart mit Dean Raymond Zazini, der lange Zeit sehr aktiv in Mdanzane Pastor war und nun im Ruhestand in King Williams Town wohnt. Er und seine Frau, beides sehr sanfte und liebevolle Menschen, empfingen uns in ihrem Häuschen direkt um die Ecke von der lutherischen Johanniskirche, in der Martha regelmäßig Gottesdienst hält. Dean Zazini kommt oft zu den Gottesdiensten, hilft auch beim Abendmahl, nimmt an Bibelstunden teil – freut sich einfach an dem zwanglosen und kollegialen Miteinander in der Gemeinde.

Dean Zazini, sein Frau und Pastorin Martha Weich

Seine Frau holt auf schmerzenden Beinen für uns etwas zu trinken, ein paar Kekse. Wir betrachten die Bilder an den Wänden, Aufnahmen von seiner Graduation, aber auch von der Unterschrift des Partnerschaftsvertrages in Stolzenau vor gut 30 Jahren. Das Gespräch kommt auch auf die so übel zugerichtete Bethel-Missionskirche, in der Raymond Zazini getauft wurde und die, solange er dort als Pastor war, gern von der Xhosa-Gemeinde genutzt wurde. Erst nach seinem Weggang schien sie manchen Gemeindegliedern als zu weit entfernt gelegen, vielleicht auch als zu kolonial im Stil?

Anglikanische Kirche in King Williams Town
Fish and Chips, mit Hardware im Hintergrund. Könnte auch irgendwo in GB oder Irland sein.

Es ist heiß geworden, wir machen uns auf ins Stadtzentrum, wo wir bei Nando’s mit Zoliswa verabredet sind. Zoliswa – genannt Zozo – war vor 3 Jahren in Loccum, um das Projekt „Sing mit Afrika“ zu leiten. Dabei haben wir uns besser kennengelernt, besonders unsere Tochter Johanna, die das Projekt begleitet hat, ist ihr ans Herz gewachsen. Sie war schon bei Zozo für einige Tage zu Besuch, als sie ein Praktikum in Durban machte, und so musste ich natürlich Grüße bringen, Bilder zeigen, erzählen. Die Begrüßung ließ an Wärme nichts zu wünschen übrig. Zozo erzählt von ihrer Arbeit als Lehrerin, von den Kindern ihres Bruders und ihrer Nichte, die sie bei sich aufgenommen hat, von ihrem Leben als alleinerziehende Mutter. Dazu gab es – zum ersten Mal für mich – afrikanisches Essen: ein Spinatgericht, richtig scharf (mit einem Schild: „Mild“), einen Nachtisch aus Pfefferminz, Vanillecreme und Schokoladenstreuseln. Lecker!

Zoliswa und ich – herzliche Begrüßung

Wieder eine heiße Autofahrt an den Bergen entlang mit wunderbaren Blicken in die Täler, mit Kühen und Ziegen am Straßenrand, mit manchem Gespräch, diesmal nach East London. Am Flughafen kann ich mir meinen Koffer abholen. Es war mir zwar versichert worden, dass er ausgeliefert würde. „I’m staying far from East London“, darauf habe ich hingewiesen. „Don’t worry, the suitcase will be delivered.“ Naja, Kulula AirLine in East London wussten sie nichts davon und hatten auch keine Möglichkeiten, das von Air France gegebene Versprechen umzusetzen. Dafür ergab es sich, dass Mr. Joe Jongolo, der auch mit der Partnerschaftsdelegation in Loccum gewesen war, gerade an diesem Nachmittag aus Kapstadt zurück landen würde. So haben wir ihn auf einen Kaffee/Tee (für uns mit einer seeeehr üppigen Lemon Meringue Torte) am Flughafen getroffen. Martha und Joe Jongolo können sich noch einmal an dem großen Gottesdienst zum Reformationstag 2017 freuen, bei dem sie gemeinsam mit gut 300 Menschen in der Kirche in King William’s Town gefeiert haben: Moravians, Lutheraner (ELCSA und Kapkirche), Dutch Reformed and Congregationalist zusammen. Von dem Makademia-Farm-Projekt hören wir und den Problemen mit der Trockenheit.

Mr Joe Jongolo am Flughafen

Dann muss Joe schon weiter – zu einer Beerdigung. Und für uns geht es an die lange, nicht mehr ganz so heiße Heimfahrt. MIT KOFFFER! Die Geschenke können ankommen und ich habe für den Sonntagsgottesdienst mein schwarzes Kleid.

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